Regieren: Politische Steuerung komplexer Gesellschaften by Helmut Willke

By Helmut Willke

​Wozu benötigen gegenwärtige Nationalstaaten Einrichtungen des Regierens? Die Frage scheint naiv und trivial zu sein, aber der Anschein täuscht. Denn ob, und wenn ja, in welchem Umfang und in welchen Hinsichten Regieren notwendig sei, ist eine in den betroffenen Wissenschaften – von Philosophie über Politikwissenschaft und Soziologie bis zur Politischen Ökonomie – höchst umstrittene Frage. Ebenso offensichtlich ist, dass das, used to be unter Regieren verstanden wird, im Laufe der geschichtlichen Epochen und mit der Veränderung der Formen von Gesellschaft sehr unterschiedlich ausfällt.​

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Regieren: Politische Steuerung komplexer Gesellschaften

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Richard Nixon and Europe : The Reshaping of the Postwar Atlantic World

The U. S. -European courting is still the nearest and most crucial alliance on the earth. considering 1945, successive American presidents each one positioned their very own touches on transatlantic relatives, however the literature has reached purely into the presidency of Lyndon Johnson (1963-9). this primary learn of transatlantic family members through the period of Richard Nixon indicates a fancy, turbulent interval in which the postwar interval got here to an finish, and the fashionable period got here to be on each side of the Atlantic by way of political, financial, and army relatives

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1 Neo-Institutionalismus und institutionelle Analyse Da es bereits Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts eine ausgearbeitete anthropologische und soziologische Institutionentheorie gab, die insbesondere mit den Namen Herbert Spencer, Emile Durkheim, Maurice Hauriou, Max Scheler, Arnold Gehlen und später Helmut Schelsky verbunden ist, musste sich die Wiedererfindung der Institutionentheorie vor allem durch US-amerikanische Autoren als Neo-Institutionalismus (NI) bezeichnen. Neu daran ist im Verhältnis zur alten Institutionentheorie nicht viel, allerdings sehr viel im Verhältnis zu den in der Zwischenzeit dominant gewordenen Theoriesträngen des Behaviorismus 2 Theoretische Perspektiven 29 und Rational Choice.

B. Wirtschaft, Gesundheitssystem oder Erziehungssystem prinzipiell nicht möglich ist und als Versuch direkter Steuerung scheitern muss, weil unvereinbare und für einander unverständliche Operationsmodi und Logiken aufeinander treffen. Auch wenn sich also beide Theorievarianten in der Beobachtung einer „Logik des Misslingens“ (Dörner 1989) treffen, so sind die Begründungen für das normalisierte Misslingen politischer Steuerung doch fundamental unterschiedlich. Nun könnte man diese Unterschiede als das Glasperlenspiel von Theoretikern abtun und zur Tagesordnung scheinbar klarer empirischer Fallstudien über misslingende politische Steuerung übergehen.

Soziale Systeme werde nicht als Ansammlungen von Menschen verstanden, sondern als historisch gewachsene, kondensierte und verfestigte Kommunikationsformen, also nicht als Akteurkonstellationen sondern als Kommunikationskonstellationen. Hinter dieser Annahme steht allerdings eine radikalisierte Konzeption von Selbstreferenz und operativer Geschlossenheit komplexer Systeme. Dies stellt auch klar, dass die moderne Systemtheorie und die aus ihr abgeleitete Steuerungstheorie nicht nur mit dem Namen Luhmann verbunden sind, sondern ein weites Feld von Autoren und Konzeptionen umfassen, die sich aus ganz unterschiedlichen Richtungen und auf unterschiedlichen Feldern mit den Problemen von Selbstreferenz, operativer Geschlossenheit, Autopoiese, Systemdynamik und Systemsteuerung beschäftigt haben.

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